Kohlendioxid-Sparen durch Videokonferenzen, KI und Second Use, und noch eine Seite über Fliegen und Umwelt

In der Zeit zwischen dem letzten Post und heute gab es einige interessante Entwicklungen. In der Zeit zwischen dem letzten Post und heute gab es einige interessante Entwicklungen. Beispielsweise befasste sich das Borderstep-Institut zusammen mit dem verkehrsmittelneutralen Verkehrsverband VCD mit der Frage, in welchem Umfang Videoconferencing den Kohlendioxid-Ausstoß verringern könnte. Es wird auch höchste Zeit, dass irgendwo ein positiver Klimabeitrag der IT sichtbar wird, denn Borderstep ermittelte ebenfalls, dass der Kohlendioxid-Ausstoß deutscher Rechenzentren 2020 um eine Milliarde Tonnen auf nunmehr 16 Milliarden Tonnen angestiegen ist. Freilich sicher nicht trotz, wie Borderstep vermutet, sondern wegen Corona und den damit verbundenen vermehrten Digitalaktivitäten.
Wie siehts also nun aus mit den verkehrsbezogenen Kohlendioxideinsparungen durch Videokonferenzen? Dazu gibt es ein Fachtsheet als PDF mit den wichtigsten Zahlen als Download. Hier nur das Wichtigste: Drei Millionen Tonnen Kohlendioxid und 700.000 PKW könnten rechnerisch brutto eingespart werden. Also dreimal so viel wie der Kohlendioxid-Ausstoß der Rechenzentren im Jahr 2020 zugenommen hat. Wenn die Rechnung denn stimmt.
Denn es gibt erhebliche Rebound-Potentiale – etwa den Drang, sich wegen Enge im Home-Office eine größere Wohnung zuzulegen. Bilanziell könnten laut Borderstep/VCD 1,5 Millionen Tonnen Einsparung übrigbleiben, was abzüglich des vermutlich auf vermehrte Digitalaktiven zurückzuführenden Mehrverbrauchs der Rechenzentren im Jahr 2020 letztlich nur noch 500 Millionen Tonnen Einsparung übrig ließe. Was zeigt, dass wir noch viel mehr Verrhaltensänderung und Regulierung brauchen, um den Planeten lebbar zu halten.
Der Branchenverband BITKOM fragte zudem nach, wie sich der Alltag durch Corona digitalisiert habe ((https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Corona-sorgt-fuer-Digitalisierungsschub-in-deutschen-Haushalten)). Ein Ergebnis: Digitalisierung hat während der Pandemie überall geholfen, in der Arbeit wenig überraschend am meisten, gefolgt von Kommunikation mit Familie und Freunden und so ziemlich jedem anderen Lebensbereich. Nicht kommuniziert (und vielleicht auch nicht gefragt) wurde aber, ob die Nutzer den hohen Digitalisierungsgrad bei der privaten Kommunikation über die Pandemie hinaus aufrecht erhalten möchten. Das wäre interessant gewesen (die Ergebnisse hätten aber wohl die herrschende Digitaleuphorie relativiert).
Auch eine andere Studie sieht digitalen Segen für das Klima heraufdämmern: Diesmal geht es um KI. KI-basierte Maßnahmen könnten, so eine Studie von Capgemini Research International Institute, das, was laut dem Paris-Abkommen an CO2-Ausstoß erreicht werden muss, zu 11 bis 45 Prozent zu erreichen. Das meinten die befragten 400 Nachhaltigkeitsverantwortlichen und 400 Business-/Technologiemanager sowie 300 Nachhaltigkeistexperten und 40 weitere Experten. Die letzten Gruppe nahm an Tiefeninterviews teil. Dabei fällt vor allem die Spannbreite auf und damit die Unsicherheit der Gesamtprognose. Die Befragten gaben zudem an, in ihren Unternehmen in den letzten beiden Jahren den Treibhausgasausstoß bereits um 13 Prozent reduziert zu haben. Derzeit allerdings werden KI und Klimaschutz in den Unternehmen noch selten aufeinander bezogen.
Ein immergrünes Thema ist Sekundärnutzung von Elektronik und digitalen Geräten. Das gibt es schon länger, aber irgendwie ist das Thema nie so richtig abgehoben in der öffentlichen Wahrnehmung. Wahrscheinlich, weil hier die PR- und Werbebudgets wegen enger Margen nicht so freigiebig verteilt werden. Jedenfalls: Jetzt tritt mit Backmarkets wieder mal ein Anbieter an, der relativ kräftig investiert und trommelt. Vielleicht wirkt ja hier das hoffentlich steigende Umweltbewusstsein irgendwie förderlich. Back Market funktioniert als Plattform: Sie vereinigt 1500 Händler weltweit, die wiederaufbereitete Elektronik mit 36-Monats-Garantie und 70 Prozent billiger anbieten. Fragt sich, was die Werkstätten verdienen (wahrscheinlich nicht viel). Die Plattform nimmt gebrauchte Geräte an und verrechnet sie mit einem dort gekauften Refurbished-Gerät. Fragt sich, was die Werkstatt verdient. Anfrage läuft. Infos über Fliegen und Klimaschutz in digitaler Form gibt es auf dieser Website
Und zum Schluss: Infos über Fliegen und Klimaschutz in digitaler Form gibt es auf dieser Website des Umweltinstituts. Vielleicht mal lesen, bevor man sich panikartig ins Mallorca-Gewühle transportieren lässt, um dort fleißig an der Erzeugung von Corona-Mutanten mitzuwirken.

Im Februar: Ethik-Regeln und ein nachhaltiger RZ-Verband

Der Januar ist in Lockdown-bedingter Trägheit tatenlos dahingeflossen. Müde hangelt man sich von Webkonf zu Webkonf und hat so recht zu gar nichts mehr Lust. Doch das wird jetzt anders! Im Februar möchte ich der Nachhaltigen-IT-Gemeinde vor allem zwei interessante News verkünden: Angesichts der wohl unausweichlich bevorstehenden Regulierung der Rechenzentrumsbranche mit dem Ziel, sie umweltfreundlicher und nachhaltiger zu machen, reagiert die Branche nun. Ein neuer Verband wurde gegründet mit dem expliziten Ziel, europäische Rechenzentren nachhaltiger zu machen. Die Hintergründe und Inhalte der Verbandsarbeit habe ich für datacenter-insider.de bereits gründlich beleuchtet, deshalb nur der Verweis auf den dortigen Artikel.
Und zweitens hat die International Federation of Information Processing (IFIP), also der internationale Dachverband der Informatiker, sich einen Ethik-Code of Conduct verpasst. Wurde auch höchste Zeit, denn die Digitalzauberer haben heute wahrlich mehr Macht als ihnen gut tut, zumindest dann, wenn sie über diese Tatsache nicht reflektieren.
Nun also ist ein Ethik- und Verhaltenskodex für Informatiker erschienen. Die Hardwarehersteller haben Derartiges bereits 2018 verfasst. Die Regeln der IFIP lehnen sich an den Code der ACM an.
Hier sollen nicht alle Regeln wiedergegeben werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass in beiden Regelwerken das Gemeinwohl (nicht der Firmengewinn oder der technische Fortschritt) den obersten Wert darstellt. Eher unterbelichtet sind Verpflichtungen der natürlichen Umwelt gegenüber, sie werden nur kurz erwähnt, aber nicht ausbuchstabiert, was klar macht, dass dieses Thema in seinen Implikationen noch immer grausam unterschätzt wird.
Es geht viel um Respekt vor den Mitmenschen und Diskriminierungsfreiheit, Datenschutz, Privatsphäre und Vertraulichkeit, ein humanes Arbeitsleben und Ähnliches. Um einen expliziten Passus zur Geschlechtergerechtigkeit hat man sich (außer der Erwähnung des Geschlechts in der Nichtdiskriminierungsregel) gedrückt. Besonders erwähnt werden IoT-Systeme („Systeme, die in gesellschaftliche Infrastrukturen integriert werden“) wegen ihres hohen Risiko- und Schadenspotentials.
Und Whistleblower werden mehr oder weniger allein gelassen. Wer davon träumt, dass derjenige, der Regeln bricht, um Unrecht oder Schaden zu verhindern, automatisch geschützt wird, sieht sich enttäuscht.
Fazit: Der Code ist ganz sicher besser als nichts, hat aber einige tote Winkel. Es wird an zukünftigen Informatiker-Generationen liegen, ihn zukunftstauglich weiterzuentwickeln.

Im Dezember viele Hoffnungen auf eine grünere IT, aber auch viele offene Fragen

Am Ende des Jahres gab es nochmal ein Feuerwerk der guten Laune, was IT und das „grüne Thema“ anging. Nicht nur, dass mehrere internationale IT-Konferenzen die grüne Thematik nach ganz oben hoben. Beispiele sind die Rechenzentrumskonferenz Datacenter Dynamics Europa 2020 (Überblicksbericht hier oder der weltweite OCP-Summit (Berichte hier allgemein und hier zum Thema Immersionskühlung .
Auch in Deutschland wurde das Thema „Nachhaltige IT“ plötzlich regierungsrelevant und zum Motto des Digitalgipfels (Überblicksbericht hier). Dort treffen sich schon seit vielen Jahren die Obersten der Branche, Politik einschließlich Kanzlerin und Presse, um zu beschwören, dass Europa in Sachen IT endlich der Anschluss zur Weltspitze gelingen muss. Dieses Mantra wiederholt sich seit etwa 20 Jahren, und auch das Versprechen, dass Europa dank IT ganz schnell grün werden soll, ist immer wieder zu vernehmen, wurde aber bisher niemals eingehalten.

Der Druck steigt

Dennoch ist der Druck jetzt mächtig angestiegen – auf der einen Seite schieben die anspruchsvolleren Klimavereinbarungen der EU, auf der anderen die Anwender, die nun plötzlich von ihren Kolokateuren umweltfreundliches Verhalten verlangen, wie eine Studie von 451 Research im Aufrag von Schneider Electric belegt oder Städte wie Frankfurt, das nicht bereit ist, noch mehr Strom in Rechenzentren fließen zu lassen, weil die anderen auch noch etwas Saft brauchen. Oder Amsterdam, wo neue RZs jetzt Abwärmenutzung nachweisen müssen.
Dazu kommen neue Technologien, vor allem Künstliche Intelligenz und Maschinenlernen, samt leistungsfähigerer Prozessoren. Damit lassen sich Daten massenweise erheben und viel gründlicher analysieren als das bisher gelang. Hinweise, was sie nützen könnten, finden sich beispielsweise in einer aktuellen Studie von Cap Gemini.
Alles soll im Grunde mit allem vernetzt, dadurch jedes Fitzelchen Information geerntet, ausgewertet und dazu benutzt werden, Ineffizienzen und damit Energie- und Materialverschwendung aus allen möglichen Prozessen zu verbannen. Beispielsweise aus der Produktion, dem Verkehr, der Gebäudesteuerung und so weiter. Auch das berühmte Smart Grid wird ohne IT nicht funktionieren. Dazu wird versprochen, dass Tierwanderungen verfolgt, Verschmutzer dingfest gemacht und Wetterprognosen für die Landwirtschaft genauer gestaltet werden sollen.
Massenweiser IT-Einsatz als einziger Weg zur Nachhaltigkeit?
Alles zusammengenommen, sieht die Branche sich und die von ihr entwickelten Tools als die einzige Chance, Wirtschaft und Gesellschaft irgendwie nachhaltig zu machen. So verkündete der Branchenverband Bitkom, dass nach einer aktuellen Studie die IT, richtig eingesetzt, nahezu die Hälfte der nötigen Kohlendioxid-Reduktion schaffen werde.
Der Rest soll dadurch kommen, erklärte auf dem Digitalgipfel ein Verbandsverteter, dass alle Produkte und Dienstleistungen (digital abrufbare?) Informationen über ihre Klimawirkungen bekommen, und sich die Verbraucher ganz selbstverständlich die aussuchen, die weniger Kohlendioxid erzeugen. Aha. Das könnten sie auch heute schon, zum Beispiel im Bioladen. Sie tun es aber nicht, jedenfalls nicht mehrheitlich. Das erzeugt Zweifel an dieser Idee. Hoffentlich entpuppt sich die Vorstellung vom Allheilmittel IT nicht irgendwann als derselbe Irrtum wie der des Schreiners, der alles durch das Hereinhauen von Nägeln reparieren wollte, nur weil er zufällig einen Hammer hatte.
Die Politik jubelt also angesichts der potentiellen Chance, Wachstum und Ökologie dank Digitalisierung irgendwie unter einen Hut zu bringen, muss aber die Reboud-Effekte weltweit in den Griff kriegen. Man kann ja nicht von Ökonomien anderswo erwarten, dass sie das Wachstum einstellen, obwohl sie viel weniger pro Kopf verbrauchen und weniger Abfall erzeugen als wir (oder uns unseren abnehmen) und wir gleichzeitig weiter wachsen.
Wie das gelingen soll, ist noch unklar, aber immerhin scheint man langsam zu begreifen, dass die führenden Ökonomien hier auf die Nachholer Rücksicht nehmen müssen. Regulierung ist also notwendig, wahrscheinlich darf es davon eher etwas mehr sein, wenn wir ernsthaft vorankommen wollen. Und obenan steht dabei ein kontinuierlich steigender, happiger Kohlendioxidpreis auf alles und jedes, gekoppelt mit Kompensationszahlungen an die ärmeren Bevölkerungskreise. Der jetzige Preis (25 Euro ab 2021 pro Tonne) ist da bestenfalls ein kleiner Anfang. Sonst kann man das Thema getrost vergessen.

Und das Recycling?

Nach wie vor ungelöst bleibt die IT-Recyclingfrage, gerade, was die Funktionsmaterialien der IT angeht. Die sind oft in den Gerätschaften nur in Spuren vorhanden, und von Recycling kann man in Bezug auf sie nicht ernsthaft sprechen. Auf die während des Digitalgipfels gestellte Frage, wie es damit voranginge, wusste der derzeitige Chef von Zeiss in Jena, Herr Lamprecht, nur zu erwidern, es werde daran gearbeitet. Ob hierbei auch Erfolge zu verzeichnen sind, die über das Bisherige hinausgehen, sagte Lamprecht leider nichts, obwohl die Autorin per E-Mail nachhakte. Das geplante Recht auf Reparatur in der EU ist da ein kleiner Hoffnungsschimmer, denn die Müllberge wachsen dadurch langsamer. Das gibt den Wissenschaftlern Zeit, vielleicht doch noch ein paar schlaue Prozesse zu ersinnen, die das Recycling voranbringen.

Ansonsten kann man den Blick nur mit verdrehten Augen gen Himmel lenken, wo gläubige Geister schon immer Hoffnung und Inspiration suchen, teils auch ganz handfest. Wahrscheinlich sind das hektische Streben zu fernen Planeten und die erneute Besteigung unseres Trabanten ( ) auch darauf zurückzuführen, dass man hofft, auf diese Weise die zumindest mittel- bis langfristig lückenhaften Vorräte aufzufüllen. Das würde dann allerdings ziemlich teuer.
Wie dem auch sei: Ich wünsche allen, die ab und zu einen Blick in Nachhaltige IT werfen, ein frohes Fest und ein ebensolches Neues Jahr mit Impfung und ohne COVID-19 und hoffe, dass sie sich auch durch das derzeit etwas abgetakelte Design des Blogs nicht vom Nachlesen abhalten lassen. Denn das Thema Nachhaltige IT ist relevanter denn je.

Im Oktober: Green Cloud Computing“, Informatik2020, Zahlen zum Markt für Nachhaltigkeitstechnologie, E-Waste-Day, Anti-Trust-Klage gegen Google und eine Rezension

In den vergangenen Wochen gab es einige interessante Neuigkeiten im Bereich Green IT. S stellte im September das UBA (Umweltbundesamt die Ergebnisse seines Projekts Studie Green Cloud Computing vor. Das Werk entwickelt Maßzahlen für die Energieeffizienz von RZs und befasst sich sich auch mit umweltgerechtem Streaming. Die Veröffentlichung dazu findet man hier.

Informatik 2020

Weiter führte die Gesellschaft für Informatik eine große virtuelle Tagung, Informatik 2020, durch, in deren Programm es tatsächlich mehrere Vortragsreihen mit umweltrelevanten Themen gab. Zu vielen Vorträgen findet man den gesamten Vortragstext samt Kontaktinformationen online. So gab es den thematisch bunt gemischten Workshop „Umweltinformatik“ Dann einen weiteren Workshop mit dem Themenschwerpunkt KI in der Umweltinformatik. KI-Algorithmen unterschiedlicher Art lassen sich hier wegen des Datenreichtums und der vielfältigen Kreuz- und Querverknüpfungen von Umweltthemen anscheinende trefflich einsetzen. Weitere Workshops (Energie, Mobilitätssysteme, Ethik und KI) waren zwar ebenfalls aus der Perspektive der Umweltinformatik interessant, doch haben hier die Referenten ihre Vorträge nicht hinterlegt.
Dass man IT-Technologien gut für Umweltbelange nutzen kann (auch wenn sie selbst die Umwelt durch Abfall versauen, siehe unten), kann man an dem schnell wachsenden Markt für Green Technology und Nachhaltigkeit sehen. Den erforschte kürzlich Research and Markets und kam im September zu dem interessanten Schluss, dass die Nachhaltigkeitsindustrie, in der viel IT steckt, 2019 ein Marktvolumen von 8,3 Milliarden Dollar hatte. 2030, also in zehn Jahren, sollen es 57,8 Milliarden Dollar sein. Das dafür ursächliche Wachstum soll 20 Prozent jährlich betragen. Die wichtigsten Technologien sind dabei IoT, Analytics, die Cloud, Blockchain und digitale Zwillinge. Einsatzfelder sehen die Autoren in nahezu allen Bereichen der Umwelttechnik. Wer es genauer wissen will, muss die teure Studie kaufen, die Inhaltsangebe und ein paar Zahlen (siehe oben) finden sich hier.

E-Waste-Day

Wie alles auf der Welt „seinen Tag“ hat, so gibt es seit 2018 auch einen E-Waste-Day. Er war am 14. Oktober und wird vom WEEEforum ausgerufen. Gutes gab es nicht zu verkünden. Der Berg elektronischer Abfälle hat sich gegenüber vor fünf Jahren um gut ein Fünftel (21 Prozent) auf 53,6 Millionen Metrische Tonnen erhöht, davon wurden nur 17,4 Prozent gesammelt und rezykliert. Wenn wir weiter alle so fleißig wie bisher Elektrogeräte und IT-Geräte und Smartphones kaufen, die nicht reparabel sind, und sie bei der kleinsten Macke entsorgen, dann wird der Berg ganz bestimmt bis 2030 die prognostizierten 74 Millionen Tonnen erreichen. Eine gigantische Verschwendung wertvoller Materialien, die wir irgendwann werden aus dem Mond oder anderen Himmelskörpern herauskratzen müssen, weil wir zu blöd waren, rechtzeitig an die Recycling-Fähigkeit unserer Technologien zu denken.
Wer genaueres zu den Zahlen wissen will, findet ausführlichstes Material im Global E-Waste-Monitor 2020. Den kann man kostenlos herunterladen.
.Europa erzeugte übrigens 16,2 Kilo pro Kopf und damit pro Kopf am meisten weltweit, rezykliert aber 42,5 Prozent und ist damit ebenso Nr. 1.
Wer Spaß am Rätseln hat: TCO Certified, die schwedische Zertifizierungsorganisation, rückt dem Thema mit einem kleinen Online-Quiz zuleibe.

Antitrust gegen Google

Nun geht es dem Monopolisten also endlich an den Kragen: Trump hängt Google ein Antitrust-Verfahren an den Hals. Damit keine Irrtümer aufkommen: Ich finde Trump schrecklich. Ich würde ihn nie wählen. Ich finde aber auch Monopolisten schrecklich, weshalb ich Google genau dann direkt nutze, wenn nichts anderes übrig bleibt. Deshalb begrüße ich jetzt das Anti-Trust-Verfahren gegen Google, auch wenn es aus der falschen Ecke kommt.
Außerdem finde ich, Facebook und Amazon gebühren ähnliche Schritte, und zwar in nicht allzu ferner Zukunft.
Ich bedauere es außerordentlich, dass sich zu diesem Schritt keiner der politischen Exponenten herbeifinden konnte, die mir in ihrem Denken und Handeln weitaus näher stehen als ausgerechnet der größenwahnsinnige Psychopath überm Teich. Aber wahrscheinlich braucht es genau diesen Größenwahn, um nicht vor dem Suchmaschinengiganten gleich vorbeugend in Knie zu gehen. Hoffentlich verfolgt auch Biden, so er denn gewählt wird (und das wäre absolut wünschenswert) diese Klage weiter.

Wie entwickelt sich die Welt durch Corona weiter?

Sehr interessant übrigens auch ein neues Buch aus dem transcript-Verlag, das sich in einer ganzen Reihe von Beiträgen damit befasst, wie sich die Welt durch COVID verändert. Dabei geht es quer durch den Gemüsegarten: Sozialwissenschaften, Medizin, Wirtschaft, Politik und Geschichte kommen zu Wort, Digitalisierung taucht in vielen Artikeln als Querschnittstehema auf.
Einer der Autoren fand zu einer sehr interessanten Diagnose: Die hoch gepriesene KI habe sich im Angesicht der Pandemie zumindest im Umgang mit Ansteckungsgefahren als nicht besonders nützlich entpuppt, vielmehr seien hier uralte Mechanismen wie Masken, (Selbst)isolation und so weiter nach wie vor die wirksamsten Vorgehensweisen. Allerdings hat sich dieser Autor nicht über das Thema Medikamentenentwicklung ausgelassen. Ich gehe davon aus, dass die KI-unterstützte Suche nach passenden Molekülen, um das Virus auf die eine oder andere Art schachmatt zu setzen, durchaus von KI im Hintergrund befeuert wird. Aber Konkretes gelesen habe ich darüber noch nichts, und deshalb kann diese an sich plausible Annahme auch falsch sein. Das Buch lohnt auf jeden Fall, wenn man etwas tiefgründiger und breiter über die gesellschaftlichen Auswirkungen von COVID spekulieren und dabei die Grenzen seines Faches (Informatik) gern mal verlassen will.
Deshalb hier kurz die Bibliographie: Bernd Kortmann, Günther G. Schulze (Hg.): Jenseits von Corona. Unsere Welt nach der Pandemie – Perspektiven aus der Wissenschaft. Serie X-Texte zu Kultur und Gesellschaft. Broschiert, 314 Seiten. Transcript-Verlag, Bielefeld 2020. ISBN 978-3-8376-5517-9, Print 22,50, als E-Book 19.99
Und nun ein Wort zum Schluss: Bücher kauft man bei seinem liebsten stationären Buchhändler. Der oder die bestellt sie genau so schnell wie Amazon, hat Telefon (fürs Bestellen), liefert während Corona wenns sein muss per Fahrrad und schafft Arbeitsplätze ganz in Ihrer Nähe.

Im Sommerloch: E-Müllberge, sparsames Streaming und Lithium ohne Kohlendioxid

Das Sommerloch macht sich auch hier im Blog bemerkbar, unter anderem in einem (hoffentlich vorübergehenden) Verlust der Bildelemente. Die Autorin genießt es nach den Monaten des Lock-In vor die Türe zu gehen, wobei der Laptop schlicht zu Hause bleibt. Die Folge: Löchrige Coverage. Naja, liebe LeserInnen, Sie werden es verkraften.
Nun kommt also die große Sommer-News. Und voraussichtlich die einzige bis Ende August.

E-Müllberge wachsen munter weiter

Was gibt’s zu berichten? Ein Zusammenschluss internationaler Organisationen, darunter die ITU (International Telecommunications Union) bringt 2020 den zweiten „Global E Waste Monitor“ auf den Markt. Auf der Website ist auch noch das Exemplar 2017 zu finden, so dass Interessierte auch vergleichen können. Den ersten Bericht dieser Art gab es übrigens 2014.
Die Ergebnisse sind einerseits ermutigend, andererseits frustrierend. Einige Kennzahlen: Immerhin gibt es inzwischen in 78 (von über 180) Ländern irgendwelche Gesetze, Regeln oder Regulierungsbestimmungen hinsichtlich der Entsorgung von Elektroschrott. 2014 waren es 67, 2017 67 Länder. Wenn es so weitergeht, dann dürften 2030 alle Länder irgendeine Regulierung haben. Das ist eigentlich zu spät, deshalb dalli!
Der globale Elektromüllberg ist auf 53,6 Megatonnen (1 Mt entspricht 1 Million Tonnen) angeschwollen. Das entspricht pro Person 7,3 Kilo Elektroschrott. Die Menge soll ungebremst weiter wachsen – bis 2030 auf 74,7 Mt global. Den meisten Elektroschrott pro Kopf erzeugen die Europäer: 16,1 Kilo pro Kopf und Jahr . Am wenigsten ist es in Afrika, nämlich 2,5 Kilo pro Kopf. Vieles davon dürfte direkt aus Europa stammen und in Afrika ein zweites Nutzungsleben absolvieren.
Nur 17,4 Prozent des gesamten Bergs werden dokumentiert und geordnet entsorgt – das entspricht 9,3 Mt. Der Rest – 82,6 Prozent oder 44,3 Mt, wandert irgendwie irgendwohin. Das muss nicht heißen, dass all das auf wilden Müllkippen in Afrika landet. Die Exportrate liegt bei 7 bis 20 Prozent, wobei die Güter entweder nochmals genutzt oder aber tatsächlich ungeordnet rezykliert respektive verbrannt werden. 8 Prozent landen in Mülleimern der Erzeugerländer statt auf dem Wertstoffhof und damit all die wertvollen Stoffe, die in den elektronischen Helferlein schlummern.
Würde man all das, was an wertvollen Rohstoffen in den nicht geordnet erfassten und rezyklierten Elektrogeräten schlummert, ausbeuten, dann entspräche das jährlich einem Wert von 57 Milliarden US-Dollar. Dazu kommen ungezählte nicht geleistete Bergarbeiterstunden, Minen-Sprengungen, Abwasserseen etc, denn was nicht abgebaut wird, erzeugt auch keinen Abraum. Was für eine Verschwendung! Der Wert der Rohstoffe dürfte übrigens jetzt schon wieder höher sein, denn der Goldpreis ist heftig angestiegen. Außerdem gelangen durch fehlende Entsorgungs- und Rezyklierungsstrukturen größere Mengen gesundheitsschädlicher und teils hochgiftiger Stoffe in die Umwelt.
Nun kommt das Erfreuliche für Europa: Die Europäer erzeugen zwar den meisten Elektroschrott, aber sie rezyklieren auch am meisten, nämlich 42 Prozent ihres Elektroschrotts. Die Nummer 2 auf diesem Gebiet ist Asien mit 11,7 Prozent, die übrigen Kontinente sind einstellig. Ausruhen sollte man sich darauf aber nicht. Also, Leute, packt endlich Eure Keller und Schubladen aus, diese unerkannte Rohstoffhalde, und schleppt das Zeug zum Wertstoffhof, damit Eure Enkel die Rohstoffe fürs Handy nicht auf dem Mars suchen oder sich wieder per Buschtrommel verständigen müssen.

Streaming: so geht’s ohne Stromverschwendung

Eine weitere nette Studie aus den vergangenen Wochen beschäftigte sich mit dem beliebten Thema Streaming, gerade zu COVID-Zeiten ganz bestimmt eines der Lieblingshobbies signifikanter Bevölkerungskreise. Das Werk stammt vom meinerseits sehr geschätzten Borderstep-Institut in Berlin, das sich sehr bemüht, IT und grüne Ziele unter einen Hut zu bekommen. Zu finden ist das Papier hier.
Das Wichtigste in Kürze, nachlesen lohnt sich fürs Detail: Eine Stunde Videostreaming verursacht in Full HD einen Stromverbrauch von 220 bis 370 Wh und 100 bis 175 Gramm Kohlendioxid. Gern bemüht wird der Vergleich mit dem Autofahren – das entspricht nämlich rund einem Kilometer mit dem Kleinwagen. Diesen Kilometer hätte man besser auch noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, aber beim Streaming geht das leider nicht.
Es gibt einige Methoden, wie man den Energieverbrauch beim Streaming richtig schön aufblasen kann: riesige Bildschirme, 4K-Auflösung statt HD (pusht den Verbrauch auf Vier- bis Sechsfache, nämlich fast 1300 Wh, das sind dann sechs Autokilometer).
Sparen tut, wer sich mit etwas mehr Grisseligkeit und einem kleineren Bildschirm zufrieden gibt. Smartphone oder Tablet sind energetisch ideal, der Notebook geht auch noch. Die modischen Gigantenfernseher dagegen sollte man eher nicht nutzen, so hässlich, wie die sind, ruinieren sie sowieso die Ästhetik jedes Wohnraums. Dann doch lieber nett aneinandergekuschelt gemeinsam in ein handliches Endgerät starren. Außerdem müssen die Netz- und RZ-Betreiber die Effizienz ihrer Anlagen erhöhen so weit wie möglich und regenerative Energien verwenden, damit sich die Streaming-Bilanz verbessert.

Lithium für Batterien aus Europa

Lithium hat sich inzwischen wegen seiner Verwendung in Batterien zum kritischen Material entwickelt. Derzeit findet die Förderung ausschließlich weit weg, teils unter unerfreulichen Arbeitsbedingungen, hohem Kohlendioxid-Ausstoß und großen Umweltbeeinträchtigungen statt.
Nun hat ein Konsortium, dem unter anderem Vulcan Energy Resources, und EIT Inno Energy damit begonnen, eine Lithium-Förderanlage ohne Kohlendioxidausstoß nach einem von Vulcan entwickelten Verfahren zu errichten. Ich wüsste selbst gern, was genau EIT Inno Energy ist, aber eine Recherche auf der Website dieses Unternehmens scheiterte an einer extrem unflexiblen Cookie-Freigabe: Man konnte lediglich alle Cookies – allein 23 Marketing-Cookies – annehmen und sich nicht entscheiden, nur funktionale zuzulassen, und so was boykottiere ich. Es geht nämlich auch anders.
Jedenfalls wird jetzt, wie Doreen Rietentiet vom auf Energiethemen spezialisierten Beratungsunternehmen DWR Eco in einer Pressemeldung berichtet, dieses Projekt im Oberen Rheingraben aufgebaut und soll ab 2023 fördern. Dabei wird im Rahmen einer geothermischen Anlage heiße Sole aus dem tiefen Untergrund gesogen, Energie und Lithium werden entladen und die Sole anschließend wieder in den Untergrund gebracht. Die gewonnene Energie speist die Lithiumgewinnung. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Es wird nichts darüber ausgesagt, ob die Lithiumgewinnung aus dem Untergrund unter Umständen geothermische Projekte zur Gewinnung von Heizenergie in dieser Gegend beeinträchtigt. Aber sollte das der Fall sein, wird man sicher bald davon hören.

Green IT im April: Corona und die IT und ein paar andere Dinge

Im April bestimmte Corona weitgehend, was in der IT abläuft. Neben zahlreichen Infos für Profis und Unternehmen gibt es nun von einem mir bis dahin nicht bekannten Anbieter eine Anleitung, wie man seine IT-Geräte desinfiziert bekommt.

Corona-App und re:publica

Es tobt an verschiedenen Orten die Diskussion über eine Corona-App: Zentraler Server oder keiner? Kommunikation mit Fitness-Armbändern oder nicht? Und so weiter und so fort. Inzwischen ist nach langem Hin und Her eine Entscheidung zugunsten einer dezentralen App gefallen. Na endlich, hätte auch schneller passieren können.
Bis sie fertig ist, dauert es aber noch, in der Zwischenzeit kann der Virus sich dank partieller Freigaben über reichlich unkontrollierte Ausbreitungsmöglichkeiten freuen…
Eine Diskussion gab es auch hinsichtlich der Digitalkonferenz re:publica. Deren Ergebnis: am 7. Mai findet die re:publica zum ersten Mal rein digital statt – mit einem eigens dafür ausgerüsteten digitalen Fernsehstudio und Beteiligungstools. Schön wäre es, wenn man auch gleich mal feststellen würde, wie viel Kohlendioxid durch den Umstieg auf Digital eingespart wird … und wie viele zusätzliche Nervenzusammenbrüche das stundenlange Starren auf den Bildschirm auslöst. Aber das sind Nerds ja eigentlich gewohnt.

Corona-Stimmungskrise in der Digitalbranche

Auch die Digitalbranche leidet mit Ausnahme der Groß-Provider und Onlinehändler Corona-bedingt an einer Stimmungskrise Stimmungskrise, heißt es. Wer nicht? Immerhin gibt es inzwischen tausend Ratschläge, wie man dafür sorgt, dass Rechenzentren nicht ausfallen. Ein Beispiel findet man hier.

Stromverbrauch deutscher Rechenzentren: Zahlen für 2018
Freuen können sich diejenigen, die Strom verkaufen. Der allgemeine Stromverbrauch soll ja durch Corona im April um 20 Prozent gesunken sein, hieß es in den BR-5-Nachrichten (ausnahmesweise ohne Link). Der Stromverbrauch von Rechenzentren allerdings steigt und steigt und steigt. Aktuelle Daten zum Jahr 2018 liefert ein Bericht des Borderstep-Institut in Berlin.
Mit einem Absinken in den nächsten Jahren ist nicht zu rechnen. Die Werte für 2018: 14 Milliarden kWh, entsprechend dem Verbrauch von mehr als 7 Millionen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalten mit 4 MWh Jahresverbrauch. Auf die Werte für 2020 darf man gespannt sein, die werden wohl dank Corona-Krise und Lockdown nochmal viel höher ausfallen.
Apropos Corona: Laut dem hervorragenden Dashboard der Johns-Hopkins-Uni wurde am 27.4.2020 nachmittags die Drei-Millionen-Grenze bei den nachgewiesenen Infektionen geknackt. Die USA haben mittlerweile die Millionengrenze geknackt. Darauf einen deftigen Schluck Desinfektionsmittel. Soll ja helfen, sagt der größte Präsident aller Zeiten.

TCO zertifiziert RZ-Produkte

Ansonsten gab es doch immerhin ein paar sehr erfreuliche Nachrichten. Zum Beispiel hat der Zertifizierer TCO Development, übrigens ein Non-Profit-Unternehmen, das schwedischen Gewerkschaften gehört, nun auch Datacenter-Equipment in seine Zertifizierungen aufgenommen, sprich: Server, Storage und Netzwerke. Die Hersteller sind interessiert, weil aber die nötigen Umstellungen, beispielsweise in Lieferkette und Produktionsprozessen, Geld kosten, müssen die Anwender auch etwas tun. Nämlich von ihren Lieferanten entsprechend mit dem TCO-Certified-Label versehene Produkte fordern. Vorangehen tun hier laut TCO Development vor allem Behörden und Finanzdienstleister, TK-Provider und produzierende Unternehmen interessiert das Thema nicht besonders, genau so wenig übrigens die Endanwender. Die kaufen lieber was Billiges, sagt TCO-Development-CEO Sören Enholm im Interview.
Ein gutes Beispiel für nachhaltige Beschaffung gab es auch schon diesen Monat: Die Behörden in Baden-Württemberg kaufen jetzt die fair gefertigte Computermaus von Nager IT.

Recht auf Reparatur? Bitkom will es nicht.

Dass länger haltbare und vor allem auch praktisch genutzte ITK-Geräte nötig sind, zeigt wieder mal die Statistik zu in der Schublade gammelnden Smartphones. In einer Pressemitteilung des Industrieverbandes BITKOM kommt er zu wirklich schlagenden Zahlen: 200 Millionen Alt-Handys sollen es mittlerweile sein und damit doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Das ist entschieden zu viel. Es wird dringend Zeit für ein saftiges Pfand!

Übrigens: Wenig überraschend, ist der Digitalverband BITKOM gegen das von der EU angestrebte Recht auf Reparatur. Denn man könne, so heißt es in der entsprechenden Pressemeldung, Smartphones nicht so kompakt und gleichzeitig unbegrenzt reparaturfähig bauen. Aha.
Ja, dann baut man sie eben anders! Es ist doch die Frage, was wichtiger ist: Die auch langfristige Verfügbarkeit aller nötigen Materialien auf dieser Erde, die Bewahrung ganzer Landstriche vor der ökologischen Verwüstung, geringe Energieverbräuche produzierender Industrien (insgesamt, nicht pro Stück! – Langlebigkeit leistet hier einen erheblichen Beitrag, den je länger Produkte leben, desto weniger muss produziert werden) und anständige Arbeitsbedingungen. Oder die Möglichkeit, die modische Jacke nicht auszubeulen, wenn man ein Smartphone reinsteckt.

Die Stunde der IT

Man kann viel überr IT schimpfen. Dass sie aber im Moment noch mehr als je zuvor eine Schlüsselrolle spielt, um einigermaßen mit der Krise fertig zu werden, wird wohl kaum jemand bestreiten. Die VPN-Nutzung ist um dreifache Prozentsätze angestiegen. Alles sitzt im Home Office. Kinder lernen am Bildschirm. Künstsler stellen ihre Produktionen online, zum Beispiel Theater. Tausende Programmierer programmieren um die Wette gegen Corona, ein anderes Beispiel von der GI ist hier. Menschen wie ich, die bislang nicht unbedingt geil auf Videoconferencing waren (man sitzt ja schon so lang genug vor der Kiste) machens nun doch. Alles besser als nur noch sich im Spiegel zu betrachten. Viele IT-Firmen stellen Zeug kostenlos zur Verfügung, um Home Office, Remote-Verwaltung etc. zu erleichtern. Einen Überblick dazu gib es hier.
Und gleichzeitig wird wahr, was alle seit 15 Jahren prognostizieren, was aber bislang niemals geschehen ist: Der Himmel ist mal wieder blau (ohne Kondensstreifen). Die Luft schmeckt plötzlich anders (nicht nach Benzin). Man kann es in der Stadt aushalten und schläft super, weil es endlich leise ist. Ach, wäre das alles doch möglich, ohne dass ein Virus wütet! Aber vielleicht bleibt ja ein Bisschen zurück, auch wenn diese Krise überstanden ist. Wäre schön. Bis dahin: Bleibt gesund! Und bis zum nächsten Post!

Green IT im Januar (with English Summary)

Bedingt durch die Weihnachtsferien, war natürlich nicht arg viel los.
Immerhin aber kommt die Diskussion über Grüne Software langsam in Gang. So verkündete neulich sogar DER SPIEGEL in einem, wie ich finde, sehr bemerkenswerten Kommentar, Bedingt durch die Weihnachtsferien, war natürlich nicht arg viel los. Immerhin aber kommt die Diskussion über Grüne Software langsam in Gang. So verkündete neulich sogar DER SPIEGEL in einem, wie ich finde, sehr bemerkenswerten Kommentar,
der sich mit dem Thema Green IT befasst. Nur eine nachhaltige
Informationstechnik könne der Umwelt helfen, heißt es hier. Nun, nachdem eines der Leitmedien das Thema endlich nach Jahren ungebremsten Smartphone-Konsums und Online-Streamens erkannt hat, wird es wohl bald höhere Wellen schlagen (oder wir hoffen das einfach mal).

Anderweits beschäftigt man sich eher fachlich mit der Thematik. Beispielsweise am Umwelt-Campus Birkenfeld, wo man zu der Einsicht gekommen ist, dass IT nicht grün werden kann, wenn es nicht auch die Software tut. Denn Software kann Systeme bei der Abarbeitung ein und derselben Aufgabe zum Dauerrödeln verurteilen oder aber dafür sorgen, dass immer nur das aktiv ist, was für die jeweilige Aufgabe wirklich nötig ist. Die Kunst, Software so ökonomisch und ressourcenschonend zu schreiben wie möglich, ist nämlich im Zuge der IT-Entwicklung komplett unter die Räder geraten und bedarf dringend einer Renaissance.

Beim Umweltbundesamt werkelt man an einem Blauen Engel für Softwareprodukte. Dazu gehört beispielsweise Werbefreiheit, komplette Deinstallierbarkeit und eine Weiterentwicklung der Software, die deren Nutzer*Innen nicht alle kurze Zeit zum Kauf neuer Hardware verurteilt, wollen sie nicht die Hälfte der Funktionen oder gar die ganze Software wegschmeißen. Viele der Vorarbeiten dazu wurden ebenfalls in Birkenfeld geleistet. Wer sich tiefergehend für aktuelle Modelle interessiert, die helfen könnten, die Kriterien festzulegen, lese dieses wissenschaftliche Whitepaper.

Wie unterschiedlich sich der Energiehunger einer Software bei der gleichen Aufgabe darstellt, zeigt eine Grafik zu einem Vortrag, den Jens Gröger (Umweltinstitut) im Rahmen der Konferenz Bits & Bäume hielt, die Ende 2018 in Berlin stattfand. Das Bild zeigt es eindeutig: Software entscheidet, wie viel ein Rechner bei einer bestimmten Aufgabe verbraucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Die eine Software verbraucht rund 20 Prozent mehr Strom als die andere.

Überhaupt, Bits & Bäume: Die Gruppierung hat sich zum Ziel gesetzt, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit und Informationstechnik auseinanderzusetzen, und jetzt gibt es den Tagungsband sogar umsonst und online zum Download unter cc-Lizenz. Wer also einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Diskussionen rund um Nachhaltigkeit und IT gewinnen will, ist mit dieser Veröffentlichung gut bedient.

Summary: German lead medium Der Spiegel published a comment on the necessity of Green IT to get a sustainable digitization. The topic gains speed – so it is debated by the „Umweltbundesamt“, a federal German agency for the environment that plans to issue a certificate for sustainable software. This is because the behavior and programming style of software influences heavily how much energy a system uses for a certain workload. See picture! Green Software was also an important topic for the Bits&Bäume (Bits and trees) conference in autumn 2018. The congress reader (unfortunately mostly German) has been recently published and is available freely for download under cc-License.

In der Schweiz will man nun übrigens Rechenzentren konsequent dekarbonisieren, berichtet das österreichische Onlinemedium oekonews.at. Dazu wurde eigens ein Verband, die Swiss Data Center Efficiency Association (SDEA), gegründet. Mit zu den Initiatoren der Gründung gehört neben einigen technischen und wissenschaftlichen Verbänden und Unis aus der Schweiz HPE (Hewlett Packard Enterprise). Das Gremium will eine neuartige Datacenter-Zertifizierung in den Stufen Gold, Silber, Bronze herausgeben. Mal sehen, wann die ersten Erfolgsmeldungen kommen…

Summary: Switzerland wants to consequently decarbonize data centers and has founded an association with that goal.

Gefräßige RZs, gefräßige Bitcoins, Bäume fürs Online-Buchen und ML gegen Klimawandel

RZ-Stopp in Amsterdam:

IT ist umweltfreundlich? Darüber lässt sich trefflich diskutieren, und nicht immer scheinen diese Diskussionen zu einem Ergebnis zu führen, das freundlich für die IT aussieht. So hat die Stadt Amsterdam nun einen Baustopp für neue RZs verfügt, wie das Fachmedium Datacenter Insider berichtet. Begründung: Die Techno-Boliden verschwenden zu viel Platz, wo man auch Wohnungen bauen könnte, sehen oft hässlich aus und bringen die Strombilanz der Stadt in Unordnung, weil sie extrem viel Elektrizität verbrauchen, sei dieser nun erneuerbar oder nicht. Die Mutige, die sich hier nach vorn wagt und den Blütenträumen einer in Grenzenlosigkeits-Phantasmagorien schwelgenden Branche einen Riegel vor die Nase setzt, heißt Marieke van Doorninck und ist für Nachhaltigkeit und Raumentwicklung zuständig. Die Entscheidung ist vorläufig, und ihre Aufhebung hängt davon ab, dass die Branche neue Anforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllt.

Nachhaltige-IT meint dazu: Das ist zwar die erste europäische Maßnahme in dieser Art, es wird aber wohl nicht die letzte sein. Denn leider trägt die IT bisher sehr wenig zum Klimaschutz bei außer großen Floskeln. Vielleicht hilft dieser Schuss vor den Bug ja, die Gehirne der Verantwortlichen etwas stärker zum Rauchen zu bringen und andere Ideen zu produzieren als nur abstruse Wachstums- und Weltrettungsphantasien.

Und natürlich sollten auch die Verbraucher umdenken. Ist es wirklich nötig, jedes Mittagessen, jede Katze und jedes Treffen mit Freunden fotografisch festzuhalten und als Film oder Video ins Internet zu stellen? Vor allem, wenn man weiß, dass dabei mitnichten nur das Smartphone arbeitet, sondern gleich noch zig Rechenzentren. Man würde ja auch nicht im 20-Tonnen-Truck zum Einkaufen um die Ecke fahren. Wahrscheinlich wird nur helfen, Online-Services kostenpflichtig zu machen, und zwar im Verhältnis zu ihrem Gesamtenergieverbrauch, über eine Kohlendioxidsteuer zum Beispiel. Dass dies den Geschäftsmodellen von Instagram und Co in die Quere kommt – was solls. Die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und ausreichend Wohnraum auch in Ballungsgebieten sind auf jeden Fall wichtiger.

English Short Summary: Amsterdam stops new datacenter buildings for reasons of ecology and sustainability (Source: Datacenter Insider)


Gefräßige Bitcoin: In ganz ähnliche Richtung weist eine Pressemeldung der Technischen Universität München (Center for Energy Markets der TUM School of Management). Danach, so ermittelte eine in Joule veröffentlichte Studie verbraucht Bitcoin so viel Strom wie die Stadt Hamburg, Wien oder Las Vegas. 68 Prozent der Stromverbräuche finden in Asien statt, wo Mining-Farmen stehen, das Mining wird inzwischen von Spezialgeräten erledigt. Muss das wirklich sein, damit ein paar Leute irgendwo auf der Welt sich als Miner die Taschen füllen und andere mit Ransomware Leute erpressen? Naheliegenderweise fordert die Studie Regulierung.

English Summary: A study published in Joule calculated the energy use of bitcoin which is as bi gas that of the cities of Hamburg, Vienna or Las Vegas.

Intelligente Algorithmen: Und nun kommt gleich das Gegenteil, denn vielen, die mit IT arbeiten, ist ja die Umwelt nicht wirklich gleichgültig. So hat sich ein umfangreiches Forscherteam an die Arbeit gemacht und versucht herauszufinden, wie Algorithmen, die Maschinenlernen verwenden, dazu beitragen könnten, den Klimawandel zu bekämpfen. Damit ist sowohl die Verringerung des Treibhausgasausstoßes gemeint als auch die Verringerung von Auswirkungen der zu erwartenden (und bereits heftig stattfindenden) Klimaveränderungen.

Das Interessante an dem brandneuen und noch dazu frei erhältlichen Text ( https://arxiv.org/pdf/1906.05433.pdf) ist, dass er als Metastudie funktioniert, in die so ziemlich jede diesbezügliche wissenschaftliche Veröffentlichung gelesen und eingearbeitet wurde. Für sehr viele Themen gibt es Veröffentlichungen, die potentielle nützliche Einsatzmöglichkeiten von ML belegen. Der Text geht durch die Anwendungsgebiete durch und nennt jeweils die Zwecke und die ML-Algorithmentypen, die für sie laut den durchgearbeiteten Publikationen am besten taugen. Wer mehr wissen will, findet die Nachweise im mehrere Dutzend Seiten langen Literaturverzeichnis. Dieser Text ist auf jeden Fall hilfreich für die, die bei der Bekämpfung der Klimakrise die IT-Karte ziehen wollen. Beispiele wie der oben berichtete Baustopp für Rechenzentren deuten aber darauf hin, dass sich, wer sich vor allem auf IT verlässt, um die Umwelt zu schützen, am Ende durchaus auf einem Holzweg landen könnte. Diese Meldung habe ich übrigens (wie manche anderen in der letzten Zeit) von Niklas Jordan bekommen, der einen Blog und Newsletter u.a. zum Thema Green IT macht.

English Summary: A recent study disposable free of charge on the web lists scientific, economic and sociological areas where ML-algorithms are able to mitigate climate change or ist consequences and says how that is supposed to work. Source of topic: Newsletter Niklas Jordan.

Baumpflanzen per Reiseplattform: Die Plattform B`n`tree arbeitet mit den große Reisevermittlungsplattformen zusammen. Für jede Buchung wird ein Baum gepflanzt. Das ist schön, ändert aber nichts daran, dass das Fliegen und viele ferne Herumreisen ein wichtiger Grund ist, warum wir das Klima ruinieren. Deshalb bildet der Verkehrssektor ja jetzt auch einen wichtigen Zankapfel innerhalb der Klimaverhandlungen der Koalition, wie Kohlendioxid bepreist werden soll. Auf Anfrage teilte der Betreiber mit, man fände es besser, einen Baum für eine Buchung zu pflanzen als gar nichts zu machen. Das ist richtig.

Noch richtiger wäre es aber wohl, nicht nur mit Reiseplattformen, sondern auch mit Kompensationsplattformen zu kooperieren, sprich: mindestens einen Link zu diesen in die Seite einzubauen. Dafür zeigte sich der Betreiber aufgeschlossen, und ich bin gespannt, ob das innerhalb dieses Jahres noch stattfindet. Man mag es kaum glauben, aber bis vergangenes Jahr hat nur ein Prozent aller Flugreisenden wenigstens den „Klimaablass“ in Form von Kompensationszahlungen über Plattformen wie Atmosfair (www.atmosfair.com) geleistet. Erst gerade jetzt regt sich, wohl kräftig befeuert durch Fridays for Future, das schlechte Gewissen und mehr Leute bezahlen. Am Allerrichtigsten wäre es, sich gut zu überlegen, ob es wirklich ein Flug in ferne Gegenden sein muss, wenn man eigentlich nur seine Haut bräunen möchte. Das kann man nämlich auch klimaschonend am nächsten Baggersee.

English Summary: The platform B`n`tree cooperates with online travelling platforms. For each booking over it, the platform plants a tree. Unfortunately, there is no link to a carbon dioxide compensation service on the web page. The company has agreed that this would be a good idea and will hopefully realize it.

Sabattical: So, das wars für diesen Monat! Ein Tip für Fans: Nicht ärgern, aber auch nicht wundern – Nachhaltige IT macht Pause. Die Jahre am Schreibtisch als Freie fordern ihren Tribut und es gibt nun eine mehr als wohlverdiente Auszeit bis mindestens Ende Oktober, in der sich die Autorin ausruhen und über das Leben nachdenken will – ganz ohne Druck, an irgendwelchen digitalen Geräten die Fingerspitzen zu schwingen. Danach ist die Energie hoffentlich zurückgekehrt, und es geht mit neuem Elan ans Werk.

English Summary: nachhaltige-it takes a sabbatical until end of october. Stay tuned after that!


Nachhaltige-IT-News im Mai

Was gab es im Mai an Neuigkeiten rund um die grüne IT?

Die für mich interessanteste News war eine schon im März 2019 publizierte, aber in Deutschland kaum rezipierte und mir erst im Mai bekannt gewordene Studie von The Shift Project, das ist ein französischer Dekarbonisierungs-Think-Tank. Die Untersuchung, die auf internationalen Daten bis zum Jahr 2017 basiert und damit vergleichsweise sehr aktuell ist, macht mit einigen Lebenslügen der IT Schluss. Zum Beispiel der, dass Digitalisierung an und für sich zur Nachhaltigkeit beiträgt. Denn die Rebount-Effekte haben, wie die Untersuchung deutlich belegt, bislang jeden Umweltnutzen in sein Gegenteil verkehrt.

Ungewöhnlich ist die Studie, da sie, wohl wegen der kolonialen Vergangenheit Frankreichs, auch vieel Daten zu Entwicklungsökonomien, beispielsweise in Afrika, enthält. Besonders interessant sind vier Befunde, die im Detail beziffert werden: Erstens lassen sich die versprochenen Dekarbonisierungseffekte in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaftdurch IT-Einsatz bislang nicht nachweisen, da sie von Rebounds aufgefressen werden, zweitens hat sich das Wirtschaftswachstum in Ländern mit starker Digitalisierung durch diese bislang nicht beschleunigt, drittens wächst der Energieverbrauch der IT mehrfach so stark wie der anderer Wirtschaftsbereiche, und viertens wächst auch der Kohlendioxidausstoß der IT, wobei dieser im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft jährlich um 1,8 Prozent sinkt.

Manche mögen es angesichts der digitalen Gerätemassen und stets auf Smartphone starrenden Mitmenschen schon geahnt haben: Der „Überverbrauch an IT“ (so die Studie)  in den industrialisierten, westlichen Ländern trägt nichts zur Dekarbonisierung oder zum Wirtschaftswachstum bei. Im Gegenteil: Er verzögert beziehungsweise konterkariert sogar die notwendige Dekarbonisierung.

Am Ende nennt die Studie, gerichtet an Regierungen und Unternehmen, Maßnahmen, mit denen IT nachhaltiger werden kann, ohne das Ziel einer digitalen Transformation gleich ganz aufzugeben. Gefordert wird „Digital Sobriety“ (in diesem Zusammenhang vielleicht am ehesten mit digitale Schlichtheit zu übersetzen). Was das im Detail heißt, kann man in dem Text, der kostenlos im Web steht, nachlesen.

Nun noch ein paar kurze Meldungen rund um Nachrichten, die in der letzten Zeit erreichten:

Man höre und staune: Dass IT viel Energie verbraucht, ist nun auch der Umweltministerkonferenz zu Ohren gekommen, weshalb sie nach ihrer letzten Sitzung folgendes öffentlich zu Protokoll gegeben hat:

„Die Digitalisierung bietet große Chancen, ist aber auch mit einem hohen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß verbunden. Die Konferenz bittet den Bund, eine klimafreundliche IT-Nutzung in den Klimaplan des Bundes zu integrieren. Wichtige Punkte sind dabei die Energie- und Ressourceneffizienz von Rechenzentren (Kühlung, Abwärmenutzung), smarte Produktionsprozesse (Industrie 4.0), eine klimaschonende Beschaffung und Entsorgung von Hard- und Software sowie die effiziente Nutzung von Video- und Telefonkonferenzen zur Vermeidung von Dienstreisen. (TOP 24)“

Alles klar? Dann mal los, liebe ITler.

VMware, Nestor der Rechenzentrums (RZ)-Virtualisierung, hat anscheinend verstanden, dass der Energieverbrauch von RZs ein echtes Problem darstellt und kündigt deshalb ein Tool an, das Anwendern ermöglicht, CO2 im Rechenzentrum einzusparen und den Energieverbrauch zu verringern. Es heißt Carbon Avoidance Meter (Carbon-Vermeidungs-Messgerät). Die Meldung ging mir als Pressemitteilung zu. Leider sucht man auf der Website vergeblich nach Infos zu CAM, weshalb es auch kein Link gibt. Anwender sollten also bei VMware nachfragen, wann dieses Tool verfügbar sein wird. Das könnte bald auch finanziell relevant werden, denn die Bundesregierung plant ein Klimaschutzgesetz, was Energieverbräuche verteuern könnte. Und so manchem IT-Manager dürften auch noch zu Hause seine Sprösslinge nach der Friday-for-future-Demo im Genick sitzen. Da sit es gut, wenn man was Positives zu erzählen hat.

Die Deutsche Umweltstiftung nutzt digitale Technik (nämlich eine Website), um unter dem Hashtag #kaufnix zum Nicht-Konsumieren aufzufordern. Wer darauf Lust hat, sollte sich dort mal umsehen. Die meisten haben sowieso von allem zu viel. Aus Erfahrung kann ich sagen: Weniger kaufen schützt die Umwelt und entspannt. Nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Seele und die Platzsituation in der Wohnung. Und man gewinnt wertvolle Zeit, die man nicht irgendwo herumsteht oder im Web nach dem billigsten Sonderangebot sucht.

Die schwedische Chalmers-Universität hat ein Online-Tool zur Ermittlung des Kohlendioxid-Fußabdrucks beim Reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln entwickelt. Das Tool ist in Englisch verfügbar, eine schwedische Variante gibt es schon eine Weile. Wer seinen Kohlendioxid-Ausstoß beim Reisen wissen möchte, kann dort also nachsehen.

Und schließlich gibt es auch noch einiges aus der schönen Welt der Rohstoffe:

Die Umweltschutzorganisation FARN (Fundación ambiente e recursos naturales) weist auf Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Lithiumabbau in Argentinien hin, meldet Good Electronics in seinem Newsletter.

So, das wärs für diesen Monat. Im Juni wieder.