Greenpeace: 210 Milliarden Euro reichen für europaweites Smart Grid

Wer Renewables will, kommt um ein intelligentes, flexibel steuerbares Stromnetz, ein sogenanntes Smart Grid, nicht herum. Nun hat Greenpeace in einer aktuellen Studie (deutsche Zusammenfassung) (Langfassung) dargestellt, welche Voraussetzungen ein solches Netz erfüllen und was es voraussichtlich kosten würde – allerdings nur bezogen auf die erforderlichen Verbindungen und ihre Schaltstellen. Smart Meter und anderes Equipment beim Endkunden oder den Erzeugern bleiben außen vor.
Das Ergebnis: Mit 290 Milliarden Euro bis 2050 ließe sich ein Netz aufbauen, das ganz Europa auch dann zuverlässig mit erneuerbar erzeugtem Strom aus unterschiedlichen Quellen versorgen könnte, wenn im Winter der Himmel wolkenverhangen ist und Flaute herrscht. Voraussetzung dafür wäre natürlich, dass gleichzeitig entsprechende neue nachhaltige Stromerzeugungsanlagen entstehen, doch dafür, so scheint es, werden gerade in verschiedenen Projekten (Windstrom aus der Nordsee, Desertec) die Weichen gestellt.
Aber Spaß beiseite: Greenpeace geht davon aus, dass vor allem neue Leitungen benötigt werden, die Norden und Süden, Osten und Westen Europas mit genügend leitungskapazität miteinander vernetzen. Dies soll dazu dienen, bei ungünstigen Bedingungen in einer Überschusserzeugung aus anderen Gegenden zuzuführen und so die Spannung im Netz konstant zu halten – eine Aufgabe, die in der heutigen Netzarchitektur wenige Grundlast-Kraftwerke auf Basis von Atomkraft und Kohle erledigen.
Greenpeace geht davon aus, dass 34 Hochspannungs-Wechselspannungsleitungen zwischen benachbarten europäischen Ländern, 17 Hochspannungs-Gleichstromübertragungsnetze innerhalb Europas und 15 Supernetze zum Teil innerhalb Europas und zum Teil zwischen Europa und Afrika verlegt werden müssten.

Summary:Greenpeace recently published a study about how much money and new electricity lines would be necessary to build a Smart Grid all over Europe that would supply Europe with renewable energy 24/7/365.

Kommentar: Ein ketzerischer Vergleich: 800 Milliarden Dollar machte allein die amerikanische Regierung 2009 locker, um notleidende Banken zu unterstützen und die Konjunktur zu stützen, auch in Europa wurden bereits mehrere hundert Milliarden Euro in denselben Zweck gesteckt. Vielleicht sollte man einfach vorschlagen, dass diese Subventionen von den Begünstigten in das neue Stromnetz gesteckt werden, stat zu jammern, dass all dies viel zu teuer wäre!

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