Alle paar Jahrzehnte ein neues Notebook wäre nachhaltig

Immer das neueste Gerät auf dem Schoß, weil das doch sparsamer ist als die alte Gerätegeneration? Leider vollkommener Holzweg, wie jetzt eine in Berlin präsentierte Studie des Ökoinstituts belegte. Danach fällt 55 Prozent der für Laptops verbrauchten Energie bei der Produktion an. Wenn ein neues Notebook zehn Prozent effizienter arbeitete als das, was man besitzt, müsste man dieses Gerät 88 Jahre nutzen, bis es sich energetisch amortisiert hätte. Und wenn das Gerät illusorische 70 Prozent effizienter wäre, immer noch 13 Prozent. Fazit: Nutzen, nutzen, nutzen, so lange es geht. Oder sich die Illusion, Laptops seien nachhaltig, nachhaltig in die Haare schmieren. Und die Hersteller bearbeiten, endlich für Upgrade-fähige, langlebigere Geräte zu sorgen. Softwarefirmen brauchen dringend Hinweise darauf, dass man Programme auch so schreiben kann, dass nicht bei jedem größeren Update auch ein neuer Rechner nötig ist, weil der alte mit den größtenteils überflüssigen Funktionen und Wackelbildchen nicht mehr fertig wird.

2 Gedanken zu „Alle paar Jahrzehnte ein neues Notebook wäre nachhaltig“

  1. Wenn Herrschende Geld damit machen können, dass dein Gerät kaputtgeht und du dir ein Neues kaufen mußt, dann wird es so geschehen. Deshalb geht es nicht um Effizienz oder Umweltbelange und schon gar nicht um Nachhaltigkeit, sondern nur um den Reingewinn der verantwortlichen Konzernprofiteure.

    Zu Nachhaltigkeit allgemein:
    Wenn sie kein Geld bringt hat sie keine Zukunft.
    Du suchst nach einem Labtop dem im Grunde das selbe Schicksal wiederfahren würde, wie den alten Krupp oder Miele Geräten in Deutschland.
    Die haben in den Siebzigern oder Sechzigern (Da bin ich mir gerade unsicher) Geräte auf den Markt gebracht, die man zwar zu dritt bewegen mußte, wenn man sie transportiert hat 😉 aber die über 20 Jahre ohne Zwischenfälle gelaufen sind.
    Meine Oma hat immernoch so eine.
    Findest du diese Gerätelinie noch?
    Nein. Und warum? Weil die nachhaltige Produktion von immens widerstandfähigen Maschinen nicht besonders zuträglich für die Kapitalakkumulation der Produzenten ist. Man kauft nur eine Waschmaschine für einen zu langen Zeitraum. Man könnte aber auch zehn Stück kaufen, weil die immer wieder kaputtgehen und defakto nicht zu reparieren sind, weil keine Ersatzteile verfügbar sind.
    Deswegen ist absolut jede Anstrengung um Nachhaltigkeit in einem monetären System ein Witz. Eine Illusion.
    In einer Gesellschaft in der es um Geld geht, ist es Unsinn sein Handeln nach etwas anderem auszurichten.
    Für Nachhaltigkeit braucht man eine nachhaltige Gesellschaft.
    Die „Nachhaltigkeit“ von heute, sieht nämlich so aus:

    Beispiel Verkehr.
    In den Neunzigern boomte die „neue“ Politik der Grünen. Trittin usw haben ihre Pfand-, Maut- und Pendlerpauschalepolitik durchgezogen.
    Das bedeutete im Klartext, dass das Wort „Nachhaltigkeit“ von den reichen Herrschenden dazu benutzt wurde, das Leben derer weiter auszubeuten, die sowieso schon nichts haben.
    Was kann mein Vater dafür, wenn er pendeln muß, weil die Herrschenden ein chaotisches Wirtschaftssystem aufrechterhalten?
    Das ist die Nachhaltigkeit heute.
    Tatsächliche Harmonie zwischen menschlichem Wirtschaften und den natürlichen Ökosystemen des Planeten kann nicht einhergehen mit der kapitalistischen Klassengesellschaft. Das wird nie funktionieren.
    Wenn du was anderes glaubst, dann blicke in der Geschichte zurück – glaubst du die bereits so lange existierenden Umweltinitiativen hätten wirklich nichts erreicht, wenn es möglich gewesen wäre?
    Nein, diese naiven Umweltaktivisten werden ihr Leben lang nur von Symptom zu Symptom hüpfen und am Ende nichts erreicht haben, außer einer Verlagerung der Probleme – bzw, sie werden die Kartoffeln für die Verursacher der Umweltprobleme aus dem Feuer holen.
    Dafür gibt es auch Beispiele:
    Tsunamiekatastrophen, die so verheerend waren, weil in manchen betroffenen Gebieten die Küstenmangroven abgeholzt wurden. Das haben Firmen und deren reiche Bosse zu verschulden. Aber sind es die verantwortlichen Reichen, die die toten verwesten Kinderleichen zählen, die da in der Typhussuppe herumschwimmen?
    Nönönö, die bekommen noch eine dicke Versicherungssumme ausgezahlt und sitzen irgendwo im Trockenen.
    Soviel zu diesem Umweltaktivismus in der dafür nicht vorgesehenen Gesellschaft.

    Du kannst im obigen Text doch nicht ernsthaft glauben, es bedarf „jemandem, der den Firmen mal sagt, sie sollen doch bessere, nachhaltigere Programme schreiben“
    Als ob hinter der Wegwerfgesellschaft kein System stecken würde?! Glaubst du dieser Riesenaufwand hat keinen Nutzen, für diejenigen die von ihm profitieren?
    Das ist wirklich erstaunlich.

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