Kohlendioxid-Sparen durch Videokonferenzen, KI und Second Use, und noch eine Seite über Fliegen und Umwelt

In der Zeit zwischen dem letzten Post und heute gab es einige interessante Entwicklungen. In der Zeit zwischen dem letzten Post und heute gab es einige interessante Entwicklungen. Beispielsweise befasste sich das Borderstep-Institut zusammen mit dem verkehrsmittelneutralen Verkehrsverband VCD mit der Frage, in welchem Umfang Videoconferencing den Kohlendioxid-Ausstoß verringern könnte. Es wird auch höchste Zeit, dass irgendwo ein positiver Klimabeitrag der IT sichtbar wird, denn Borderstep ermittelte ebenfalls, dass der Kohlendioxid-Ausstoß deutscher Rechenzentren 2020 um eine Milliarde Tonnen auf nunmehr 16 Milliarden Tonnen angestiegen ist. Freilich sicher nicht trotz, wie Borderstep vermutet, sondern wegen Corona und den damit verbundenen vermehrten Digitalaktivitäten.
Wie siehts also nun aus mit den verkehrsbezogenen Kohlendioxideinsparungen durch Videokonferenzen? Dazu gibt es ein Fachtsheet als PDF mit den wichtigsten Zahlen als Download. Hier nur das Wichtigste: Drei Millionen Tonnen Kohlendioxid und 700.000 PKW könnten rechnerisch brutto eingespart werden. Also dreimal so viel wie der Kohlendioxid-Ausstoß der Rechenzentren im Jahr 2020 zugenommen hat. Wenn die Rechnung denn stimmt.
Denn es gibt erhebliche Rebound-Potentiale – etwa den Drang, sich wegen Enge im Home-Office eine größere Wohnung zuzulegen. Bilanziell könnten laut Borderstep/VCD 1,5 Millionen Tonnen Einsparung übrigbleiben, was abzüglich des vermutlich auf vermehrte Digitalaktiven zurückzuführenden Mehrverbrauchs der Rechenzentren im Jahr 2020 letztlich nur noch 500 Millionen Tonnen Einsparung übrig ließe. Was zeigt, dass wir noch viel mehr Verrhaltensänderung und Regulierung brauchen, um den Planeten lebbar zu halten.
Der Branchenverband BITKOM fragte zudem nach, wie sich der Alltag durch Corona digitalisiert habe ((https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Corona-sorgt-fuer-Digitalisierungsschub-in-deutschen-Haushalten)). Ein Ergebnis: Digitalisierung hat während der Pandemie überall geholfen, in der Arbeit wenig überraschend am meisten, gefolgt von Kommunikation mit Familie und Freunden und so ziemlich jedem anderen Lebensbereich. Nicht kommuniziert (und vielleicht auch nicht gefragt) wurde aber, ob die Nutzer den hohen Digitalisierungsgrad bei der privaten Kommunikation über die Pandemie hinaus aufrecht erhalten möchten. Das wäre interessant gewesen (die Ergebnisse hätten aber wohl die herrschende Digitaleuphorie relativiert).
Auch eine andere Studie sieht digitalen Segen für das Klima heraufdämmern: Diesmal geht es um KI. KI-basierte Maßnahmen könnten, so eine Studie von Capgemini Research International Institute, das, was laut dem Paris-Abkommen an CO2-Ausstoß erreicht werden muss, zu 11 bis 45 Prozent zu erreichen. Das meinten die befragten 400 Nachhaltigkeitsverantwortlichen und 400 Business-/Technologiemanager sowie 300 Nachhaltigkeistexperten und 40 weitere Experten. Die letzten Gruppe nahm an Tiefeninterviews teil. Dabei fällt vor allem die Spannbreite auf und damit die Unsicherheit der Gesamtprognose. Die Befragten gaben zudem an, in ihren Unternehmen in den letzten beiden Jahren den Treibhausgasausstoß bereits um 13 Prozent reduziert zu haben. Derzeit allerdings werden KI und Klimaschutz in den Unternehmen noch selten aufeinander bezogen.
Ein immergrünes Thema ist Sekundärnutzung von Elektronik und digitalen Geräten. Das gibt es schon länger, aber irgendwie ist das Thema nie so richtig abgehoben in der öffentlichen Wahrnehmung. Wahrscheinlich, weil hier die PR- und Werbebudgets wegen enger Margen nicht so freigiebig verteilt werden. Jedenfalls: Jetzt tritt mit Backmarkets wieder mal ein Anbieter an, der relativ kräftig investiert und trommelt. Vielleicht wirkt ja hier das hoffentlich steigende Umweltbewusstsein irgendwie förderlich. Back Market funktioniert als Plattform: Sie vereinigt 1500 Händler weltweit, die wiederaufbereitete Elektronik mit 36-Monats-Garantie und 70 Prozent billiger anbieten. Fragt sich, was die Werkstätten verdienen (wahrscheinlich nicht viel). Die Plattform nimmt gebrauchte Geräte an und verrechnet sie mit einem dort gekauften Refurbished-Gerät. Fragt sich, was die Werkstatt verdient. Anfrage läuft. Infos über Fliegen und Klimaschutz in digitaler Form gibt es auf dieser Website
Und zum Schluss: Infos über Fliegen und Klimaschutz in digitaler Form gibt es auf dieser Website des Umweltinstituts. Vielleicht mal lesen, bevor man sich panikartig ins Mallorca-Gewühle transportieren lässt, um dort fleißig an der Erzeugung von Corona-Mutanten mitzuwirken.

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