Ladegerät schafft 97 Prozent Effizienz

Wie Fraunhofer ISE (Institut für Solare Energiesysteme) vor einigen Tagen meldete, hat man es dort geschafft, ein Ladegerät für Ladesäulen oder ähnliche EInsatzzwecke zu entwickeln, das 97 Prozent Effizienz hat und die Batterie eines Elektrofahrzeugs in nur 45 Minuten zu vier Fünfteln voll laden könnte. Das Laden erfolgt mit der Frequenz 80 kHz, was laut FH ISE weiger Filteraufwand und eine sehr hohe Leistungsdichte bedeutet. Um die Frequenz zu erreichen, wurde eine eigene Platine entwickelt. Übliche Ladegeräte haben nur eine Effizienz von 90 Prozent.

Harte Kritik an E-Mobility-Plan der Regierung/Harsh critics concerning e-mobility-plans of German government

Verbraucherschützer, Erzeuger alternativer Energien, alternative Verkehrsvereine und Umweltverbände kritisieren harsch die vorgeschlagene Marschroute in Richtung E-Mobility der Bundesregierung, wie sie im Nationalen Entwicklungsplan E-Mobility niedergelegt ist. Das berichtet die aktuelle Ausgabe des E-Mail-Newsletters Glocalist (Nr. 331). Einige Kritikpunkte laut Glocalist: Die geforderten 220 Millionen Euro Subventionen bis 2014 habe sich die Industrie quasi in Eigenregie ausgerechnet genau wie die in weiteren zeiträumen erforderlichen zusätzlichen vier Milliarden, von der verordneten Nutzung von EE-Strom, durch die allein E-Mobilität umweltfreundlich würde, ist nicht die Rede, von Elektrofahrrädern und anderem „Kleinzeug“ auch nicht, obwohl sie im Gegensatz zu den geplanten E-Mobilen verfüg- und bezahlbar sind. Insgesamt sei das Konzept kaum an den Interessen von Bevölkerung und Umwelt ausgerichtet, dafür stark an denen der etablierten Automobilindustrie, was die politische Marschroute, im Veralten begriffene Industriezweige in der alten Form zu subventionieren, statt sie mit sanftem Druck zum Umsteuern zu zwingen.

Summary:Environmental and consumers organizations, producers of renewable energy and others harshly criticize the E-mobility plans of the German government. Some points of criticism: The plan is too much influenced by the car industry, for example the automotive industry calculated the needed subsidies mostly itself, there is no prescription of the use of renewable energy for E-cars, and the plan does not mention E-bicycles and other alternative vehicles. German Government wants to make the country the leading E-mobility market worldwide until 2020.

Niederlande: Strom tanken mit allen Tankkarten überall

Während man in Deutschland vor allem im Diskutieren stark ist, preschen andere Länder, in denen die Automobillobby keinen so großen Einfluss hat, bei praktikablen E-Mobility-Lösungen voran: Niederländer und im Rahmen eines E-Mobility-Projekts mit den Stadtwerken Düsseldorf auch Einwohner dieser Großstadt am Rhein können jetzt dank einer neuartigen Lösungen mit jeder Tankkarte an allen öffentlichen Stromtankstellen im Lande tanken, müssen sich also nicht mehr darum kümmern, ob die Tank-Steckdose dem Urheber ihrer Tankkarte gehört oder nicht. Technische Basis der Lösung ist Charge Point interactive Management System (CiMS) von Logica. Das System erkennt, ob eine Karte gültig ist und sorgt für den nötigen Informationsaustausch zwischen den Providern.

EcarTec: Bayerischer Staatspreis in sieben Kategorien ausgelobt/ EcarTec: Bavarian State advertises price in 7 categories

Für die im Herbst in München stattfindende E-Mobilitätsmesse EcarTec hat der Bayerische Staat Preisgelder von insgesamt 52500 Euro ausgelobt. Verliehen werden sie an Preisträger in sieben Kategorien:
– Elektro-Auto
– Elektro-Motorrad
– Elektro-Nutzfahrzeug
– Antriebstechnologie, Systemelektrik, Testsysteme
– Speichertechnologie, Systemintegration
– Energie, Infrastruktur, Anschlusstechnik
– Sonderpreis: Zusätzlich wird das nachhaltigste Mobilitätskonzept, z.B. einer Gemeinde/Region oder eines Unternehmens mit einen Sonderpreis ausgezeichnet.
Elektrofahrräder sucht man in der Ausschreibung vergeblich, obwohl sie wohl in Zukunft einen großen Teil der städtischen Mobilität bewältigen werden.
Die Preise werden am 18. Oktober verliehen. Ausschreibungsunterlagen auf der Seite der Ecartec.

Summary:On the occasion of E-mobility-fair EcarTec, which takes place in Munich, the Bavarian State awards prices in the total volume of 52000 Euros to the winners in seven categories: E-Cars, E-motorbikes, E-vans, test systems, drive systems and system electronics; energy storage, infrastructure and connectors and a special price for the most sustainable mobility concept. There is no price for electro bikes, although they will in future be a main source of inner city mobility.
The prices will be awarded during EcarTec in Munich on October 18, 2011.

Strom tanken über Grenzen hinweg – Trans-border battery recharge

Deutsche und Holländer können – zumindest, sofern ihre E-Cars gewisse technische Voraussetzungen erfüllen, nun in den Niederlanden und in Deutschland Strom tanken und abrechnen.
Dafür hat ladenetz.de, ein Roaming-Verbund von STAWAG (Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft), DVV (Duisburger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft) und den Stadtwerken Osnabrück AG, ein Roamingabkommen mit dem niederländischen Pilotprojekt e-laad.nl abgeschlossen. Letzteres befasst sich mit den Auswirkungen der Elektromobilität auf die Stromnetze. e-laad.ne will in den nächsten drei Jahren 10000 Ladestationen in den Niederlanden aufbauen.
Ladenetz.de hat bereits Ladestationen in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Abgerechnet wird über den heimischen Provider und das gemeinsame IT-Backend der Roamingpartner, smartlab.
Technisch setzt das Projekt auf Stecker nach IEC 62196 („Mennekes“), RFID-Karten als Ladekarte (Mifare-Classic kompatibel)und einheitliche Parameter für den Info-Austausch zur Autorisierung an den Ladestationen. Über die Zahl der erwarteten Nutzer spricht das Projekt noch nicht. In das Projekt fließen Ergebnisse eines Teilprojekts des IKT-Förderprogramms für Elektromobilität, Smart Wheels, ein.

Kommentar:Die Kooperation kann man als Teil der Bestrebungen der Stadtwerke sehen, die Energiemärkte der Zukunft wieder stärker in Eigenregie, also unabhängig von den bisherigen vier Großversorgern zu gestalten.

Summary:Dutch e-laad.nl has stipulated a roaming agreement with ladenetz.de to supply drivers of E-cars in both countries with possibilities to recharge their batteries. This is the first trans-border E-car-loading project in Europe. Ladenetz.de is a roaming connection between three German regional electricity providers ladenetz.de, ein Roaming-Verbund von STAWAG (Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft), DVV (Duisburger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft) and Stadtwerke Osnabrück AG. The agreement documents the efforts of German regional providers to take back a bigger share of the energy market from the four dominant big providers of today. The stations use plugs according to IEC 62196, RFID as a charging card and joint IT standards for billing.

Menschenleere Cleantechworld

Die Messe Cleantechworld in Berlin machte am Fachbesuchertag (17. September) einen menschenleeren Eindruck. Das mag durchaus auch an der Werbung gelegen haben – selbst im unmittelbaren räumlichen Umfeld des Tempelhofer Flughafengeländes waren keine Plakate, Ständer etc. mit Hinweisen auf die Veranstaltung zu entdecken.
Wichtigste Ausstellergruppe waren die E-Mobility-Anbieter, der Run auf ihre zu Probefahrten bereitstehenden Fahrzeuge hielt sich aber in Grenzen. Tatsächlich bekommt man manchmal den Eindruck, hier werde ein Thema hochgejazzt, das für die Lösung unserer Umweltprobleme nicht die alleinseligmachende Komponente sein kann. Verständlich angesichts des hohen Stellenwerts, den die Automobilindustrie in diesem Land hat.
Auf dem begleitenden Kongress der Heinrich-Böll-Stiftung zum Thema Green Cities gab es einen Mobilitätsblock, wo IT und Elektrofahrzeuge jedenfalls nicht den zentralen Brennpunkt bildeten. Eher ging es um neue Verkehrskonzepte: Öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad und Carsharing statt eigenes Auto (Bremen und Ulm), Rückbesinnung auf die Stadtkerne statt Zersiedlung (Bremen), geteilter Straßenraum statt flächendeckender Vorherrschaft des Automobils (London). Mehr Fahrzeuge werden dadurch nicht auf Deutschlands Straßen rollen, egal ob elektrisch oder nicht, und mit dieser Realität sollte sich auch die hiesige Automobilindustrie langsam anfreunden. Und auch damit, dass verkehrssparende Konzepte, sofern erfolgreich, sicher eher früher als später in den heutigen Haupt-Absatzländern für Automobile, den sich entwickelnden Ökonomien, abgekupfert werden.
Begriffen hat man das am ehesten bei Daimler, was sich im Kurzfrist-Mietkonzept Car2go ausdrückt. Dieses System, derzeit sehr erfolgreich in Ulm und Austin/Texas, setzt im Übrigen massiv auf IT-Technik: Die Standplätze freier Wagen kann man über Web oder Handy erfahren, das Freischalten erfolgt über ein RFID-Tag auf dem Führerschein etc. Das Projekt und sein bisheriger Verlauf wurden in Berlin vorgestellt: Die Zahl der Wagen steigt in Ulm demnächst von 200 auf 300, andere Städte stehen Schlange, Berlin allerdings noch nicht.
Das Themenfeld Green IT war anderweitig nur durch joulex, eine eng mit Siemens verpartnerte Softwarefirma, abgedeckt, die Softwarelösungen für das Energiemanagement von IT- und anderen hausinterner Infrastrukturen anbietet. Siehe auch hier.
Noch eine persönliche Bemerkung: Es hat mich besonders gefreut, endlich einmal Sebastian Stoll, einen der Betreiber der Partnerwebsite Ecologee-net, persönlich kennen gelernt zu haben!

Summary: The German fair Cleantechworld on the former Airport Tempelhof did not attract many visitors – at least nut during the day reserved for professional visitors. The exhibitors focussed on electromobility. In parallel to the exhibition Heinrich Boell Stiftung held a conference on Green Cities an important part of which was a session about mobility. The London project „Shared Space on Exhibition road“ was presented, also projects from Germany (car2go in Ulm, holistic traffic concept of Bremen).