Wettbewerb: Green IT in fünf Youtube-Minuten

Damit Green IT nicht ausschließlich in Fachkreisen oder bei Engagierten ein Thema ist, wird jetzt das Institut für Zukunftsstudien unter der Schirmherrschaft des Umweltbundesamtes aktiv und schreibt den Wettbewerb green ITube aus, zu dem man saich auf der IZT-Website online anmelden muss. Dort stehen auch die Teilnahmebedingungen im Detail. Im Groben: Prämiert werden Filmwerke bis zu fünf Minuten, die sich mit Themen rund um Green IT (sprich: Strom- und Materialverbrauch sowie dessen Optimierung durch vernünftigen Umgang mit IT- und Kommunikationessystemen) befassen. Denn immerhin erzeugt die Informations- und Kommunikationstechnik mittlerweile mehr Kohlendioxid als der Flugverkehr, und zehn Kraftwerke müssen allein deshalb betrieben werden – viele von ihnen, weil der Begriff „Ausschaltknopf“ dem Dauersurfer oder der TV-Couchpotato an der Fernsteuerung irgendwie abhanden gekommen ist. Nebenbei spart man durch vernünftiges Verhalten am Gerät auch noch bares Geld.
Einsendeschluss ist der 20. Oktober. Zur Teilnahme aufgefordert sind vor allem HobbifilmerInnen, SchülerInnen und Studierende, Auszubildende besonders aus den medialen Studiengängen, aber ansonsten auch jedeR andere. Was mit eventuell eingehenden PR-Filmbeiträgen der IT-Industrie geschehen soll, hat leider niemand festgelegt. Zu befürchten ist, dass solche eingesandt und zu hoffen, dass sie in diesem Zusammenhang nicht als Wettbewerbsbeiträge akzeptiert werden. Schließlich hätte sich diese Klientel schon längst stark machen können, hält sich aber (außer bei Pressekonferenzen) auffällig damit zurück, zu sparsamem Energie- und IT-Verbrauch aufzufordern – wen wunderts, hängt der Umsatz doch unmittelbar mit der Konsumwut der Verbraucher für IT-Schnickschnack zusammen.
Eine hochkarätige Jury bestimmt die fünf Gewinner, die Nummer 1 bekommt 1000 Euro. Infos gibt es unter

3 Gedanken zu „Wettbewerb: Green IT in fünf Youtube-Minuten“

  1. Da haben Sie natürlich recht, das wäre sehr grotesk. Wie beschrieben ist ein Kriterium bei der Auswahl der Gewinnerspots der „Gesamteindruck des Videos“ – ein bewusst etwas unscharf formuliertes Kriterium, unter dem ein solcher Fall wie von Ihnen beschrieben dann von der Jury diskutiert und in die Entscheidung mit einbezogen werden sollte.
    Abgesehen davon ist m.E. aber ohnehin nicht davon auszugehen, dass sich ein Unternehmen die Mühe macht, einen Videospot zum Thema Green IT drehen zu lassen, wenn es damit nicht in erster Linie ideele Ziele verbindet, sondern vor allem sein (u.U. ramponiertes) Image verbessern möchte – und ergo seine vermeintlichen Leistungen für ökologische Nachhaltigkeit dann betonen müsste.

  2. Der Wettbewerb richtet sich wie von Ihnen beschrieben hauptsächlich an private Personen, also HobbyfilmerInnen, SchülerInnen sowie die junge, filmaffine Netzgemeinde im Allgemeinen. Wenn ein Unternehmen jedoch seine Marketingagentur beauftragt, einen Kurzfilm zur Green IT zu produzieren und dabei ein Spot entsteht, der die in der Ausschreibung genannten Kriterien und Ziele erfüllt, also VerbraucherInnen zum Thema umweltfreundliche IKT sensibilisiert, ohne dabei das entsprechende Unternehmen sowie seine vermeintlichen Leistungen in diesem Bereich in den Vordergrund zu stellen – warum sollte der Beitrag dann nicht gewertet werden? Es geht uns hier um erster Linie um das Ergebnis, sprich darum, bei VerbraucherInnen ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen IKT und Klima- und Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit, etc. zu schaffen. Die Bewertungskriterien sind in der Ausschreibung genannt. Davon sollten sich private FilmerInnen jedoch nicht abschrecken lassen – im Gegenteil: nicht professionell gedrehte Low-Budget-Videospots können die Botschaft oftmals genauso gut rüberbrigen wie professionell und mit viel Geld produzierte Kurzfilme.

    1. Möglicherweise haben Sie recht, es wäre allerdings nur zu ironisch, wenn dann der Siegerspot zum Beispiel ausgerechnet von einem Hersteller käme, der sich um die Zustände in den Fabriken und die ökologische Nachhaltigkeit der eigenen Erzeugnisse sehr wenig kümmert. Davon gibt es ja einige, wie sich in den Medien immer wieder nachlesen lässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.