Technologien für eine grünere IT: Glasfaser

Unter der Überschrift „Technologien für eine grünere IT“ stellt nachhaltige-it in lockerer Folge Technologien vor, die helfen können, IT nachhaltiger zu machen. Heute: Glasfaservernetzung.

Daten werden heute vor allem über Kupferadern, drahtlos oder über Glasfasern übertragen. Die Glasfaser bietet dabei sehr sichere und sehr breitbandige Übertragungsmöglichkeiten. Denn verglichen mit Kupferadern erzeugt die Glasfaser aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften erheblich geringere Leitungsverluste, das heißt, Signale müssen erst nach erheblich längeren Distanzen aufgefrischt werden. Denn in Kupferadern werden Signale elektrisch, in Glasfasern optisch übertragen, also durch Reflexion. Während in der Glasfaser nur die Energie für die Erzeugung und später die Verstärkung des Lichtsignals erzeugt werden muss, muss man in der Kupferader die elektrische Energie für den Leitungstransport bereitstellen, die erheblich höher ist. Die Folge: Insgesamt schluckt ein auf Kupfer basierendes Netzwerk inklusive aller seiner Komponenten ein Mehrfaches der Energie seines Glasfaser-Pendants, schon ganz und gar, wenn man Energieverbrauch in Relation zur Bandbreite setzt. Außerdem ist Glasfaser vielfältiger einsetzbar, zum Beispiel auch als Sensor.
Beides – Kupfer- und Glasfasererzeugung – ist energieaufwändig, aber die Glasfaser bietet technologisch erheblich mehr. Zum Beispiel können Glasfaser-Switches erheblich kleiner ausfallen, man braucht erheblich weniger Auffrischungs- und Schaltstationen. Glasfaserinfrastrukturen sind zwar im Aufbau teuer, haben aber, einmal in entsprechender Technik implementiert, in der Regel eine längere Standzeit, ohne an Kapazitätsgrenzen zu stoßen. Diese Argumentation gilt insbesondere für die öffentlichen Netze einschließlich der letzten Meile, also der Strecke zwischen dem letzten Vorverteiler und dem Haus- respektive Wohnungsanschluss, da diese auf jeden Fall langfristig eigesetzt werden. Was die Kapazitäten angeht, kann, zum indest nach Meinung der Informationstechnischen Gesellschaft des VDE überhaupt nur die Glasfaser den Anforderungen, die der flächendeckende IT-Einsatz gerade im Bemühen um mehr Nachhaltigkeit erzeugen dürfte, genügen. VDE/ITG schlägt deshalb den Aufbau flächendeckender Netze mit Knoten, deren Durchsatz 100 TBit beträgt, vor.

Glasfaserkabel bieten zum Beispiel an:

Corning
Tyco
Alcatel-Lucent
Leoni
Dätwyler
Belden
Huber + Suhner

4 Gedanken zu „Technologien für eine grünere IT: Glasfaser“

    1. Die Autorin spricht von Knotendurchsatz nicht von Endpunktdatenraten. Bei 100MBit/s Endpunktdatenrate kann dann ein Netzwerkknoten, früher hieß das Vermittlungsstelle, 1 Million Endpunkte gleichzeitig bedienen. Für HDTV braucht man übrigens mindestens 25 bis 50 MBit/s pro Sender. Wenn man in die Zukunft denkt, werden bald 100MBit/s pro Haushalt sehr wenig sein. Und dann ist die Kapazität der geforderten Netzknoten schnell geschrumpft.

      1. auf die beiden Kommentare: Korrekt muss es TBit/s heißen. EIn Terabit sind 1000 MBit. Tatsächlich sind auch in meinen Augen 100 TBit/s nicht die Welt, aber es ist eben deutlich mehr, als wir heute haben und auch deutlich mehr als die derzeitigen Gerätegenerationen können, jedenfalls, so weit ich weiß. Dh., da müssen wir erstmal hin, bevor wir weiter gehen.

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